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Wirtschaftsnachrichten

    05.03.2010, 08:27 Uhr m.lehmkuhl@ibau.de
    Förder-Jo-Jo behindert innovative Mini-KWK-Technologie
    ASUE sieht Klimaschutzziele in Gefahr

    Berlin - Die Förderangebote der Bundesregierung für Mikro- und Mini-KWK-Anlagen und die CO2-Gebäudesanierung sind im vergangenen Jahr von den Bauherren sehr gut angenommen worden – nun gefährden gekürzte Förderprogramme insbesondere im privaten Gebäudebereich energetische Sanierungsvorhaben. Ehrgeizige Klimaschutzziele wie die Erhöhung des Stromanteils aus der umweltschonenden Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) geraten in der Debatte über Fördermittel unter die Räder.

    „In den nächsten Jahren müssten von 17,8 Millionen fast 5 Millionen Heizungen allein im Ein-Familienhausbereich modernisiert werden. Das sind mittelfristig Investitionen in Höhe von mehr als 40 Milliarden Euro, hinzu kommt noch die Erneuerung von Anlagen in Mehrfamilienhäusern“, so Andreas Prohl, Präsident der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. Die Dimension des Modernisierungspotenzials machen allein die knapp 80 % der gegenwärtigen Heizungsanlagen deutlich, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen.

    Durch den Einsatz moderner Technologien ist eine Reduzierung von jährlich über 10 Millionen Tonnen CO2 möglich. „Hier eröffnet sich die Chance, mit „Strom erzeugenden Heizungen“ nicht nur Wärme, sondern auch Strom dezentral im eigenen Haus zu produzieren. Damit ist zugleich eine energiepolitische Vision verbunden“, so Andreas Prohl, „viele dezentrale KWK-Anlagen lassen sich zukünftig mithilfe neuer, intelligenter Stromnetze zu virtuellen Kraftwerken zusammenschalten. Das ist eine Herausforderung für die heutige Stromversorgungsinfrastruktur.“


    Quelle: ASUE

    Mit einem Stopp des Mini-KWK-Förderprogramms kappt die Bundesregierung die aktuelle Mini-KWK-Nachfrage und riskiert damit auch ihr eigenes Ziel, bis 2020 den KWK-Stromanteil auf 25 % zu verdoppeln. Seit Herbst 2008 wurden 10.200 Förderanträgen gestellt, und gut 7.000 Mini-KWK-Anlagen sind seitdem in Betrieb gegangen. Der Markt hat auf diese Rahmenbedingungen schnell reagiert, die Modellvielfalt insbesondere durch neue Hersteller hat sich nahezu verdoppelt. Neue Anträge treffen nun aber kaum noch ein – der Faden ist gerissen. „Ohne finanzielle Anreize werden Nachfrage und Angebot zusammenbrechen und dieser Pfad der effizienten Energienutzung blockiert werden. Für die Entwicklung neuer Gerätelinien kann das das Aus bedeuten, denn der Markt ist auf verlässliche, konsistente Rahmenbedingungen angewiesen“, erläutert der ASUE-Präsident.

    Die ASUE fordert in der Diskussion mit den fachpolitischen Sprechern der Bundestagsfraktionen die Weiterführung des Mini-KWK-Förderprogramms, weil es ein Impuls für Investitionen in den Klimaschutz sowie für Arbeitsplätze in Industrie und Handwerk sowie bei Energiedienstleistern in der Region ist. Die Perspektiven Strom erzeugender Heizungen und die Förderanreize für diese innovative Technologie sind die Hauptthemen des ASUE-Effizienzdialogs „(R)Evolution im Heizungskeller Dezentrale Wärme- und Stromerzeugung für jedermann“ mit Entscheidern aus Politik und Verwaltung sowie Vertretern von Kammern und Verbänden im Tagungszentrum der Bundespressekonferenz. In einer Ausstellung werden die neuesten Mikro- und Mini-KWK-Geräte präsentiert.

    Ansprechpartner:
    Dipl.-Ing. Reiner Zieprig
    Telefon: 0 30 / 23 00 50 92
    E-Mail: zieprig@asue.de

    ASUE
    Stauffenbergstraße 24
    D-10785 Berlin
    Telefon: 0 30 / 23 00 50 92
    Telefax: 0 30 / 23 00 58 98
    E-Mail: info@asue.de
    Internet: http://www.asue.de


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